Es gibt Orte, an denen das Bekannte endet und das Ungewisse beginnt. In vergangenen Jahrhunderten, als Seekarten noch Lücken enthielten und weiße Flecken die Grenzen des Entdeckten markierten, waren diese Gebiete oft mit mysteriösen Andeutungen versehen. Eine der bekanntesten Legenden besagt, dass Kartografen dort die Worte „Hic sunt dracones“ – „Hier sind Drachen“ – vermerkten, um vor unbekannten Gefahren zu warnen.

Doch tatsächlich findet sich diese Inschrift nur auf einem einzigen historischen Globus, dem Lenox-Globus aus dem frühen 16. Jahrhundert. Viel häufiger nutzten Kartografen eine andere Sprache der Warnung: Fantasievolle Darstellungen riesiger Seeungeheuer schmückten die Meere, bedrohlich zwischen den Schiffsrouten lauernd. Die Carta Marina von Olaus Magnus aus dem Jahr 1539 ist eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür. Sie zeigt eine Vielzahl mythischer Wesen – darunter schlangenartige Meeresungeheuer, drachenähnliche Kreaturen und seltsam anmutende Mischwesen, die das Unbekannte verkörpern.

Diese Darstellungen waren mehr als bloße Dekoration. Sie spiegelten die Ängste, Erzählungen und Beobachtungen der damaligen Zeit wider. Vielleicht entsprangen sie den Berichten von Seeleuten, die in Stürmen kämpften und im aufgewühlten Meer lebendige Schatten sahen. Vielleicht waren sie Ausdruck einer tiefen Faszination für das Geheimnisvolle. Was sie aber auf jeden Fall waren: ein Fenster in eine Welt, in der das Unbekannte noch voller Möglichkeiten steckte.

Die Kollektion „Here be Dragons“ greift diese Faszination auf und bringt die Seeungeheuer der Carta Marina in moderne grafische Muster. Schlangenartige Wesen winden sich durch die Designs, drachenhafte Kreaturen und urtümliche Ungeheuer lassen die Fantasie auf Reisen gehen. Es ist eine spielerische Hommage an die Entdeckerzeit – eine Einladung, sich den weißen Flecken der eigenen Vorstellungskraft zu nähern und sich von der Magie vergangener Karten inspirieren zu lassen.

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